Exkursion

Termin/Uhrzeit

Exkursionsziel

Min./max. Teilnehmerzahl

Leitung

G 10

30.09.

Schlema

10

Wismut GmbH

Thema

Entwässerungsstolln Marx-Semmler, Schachtanlagen 382 und 208

Kurzbeschreibung

Der „Markus-Semmler-Stolln“ ist einer der bedeutenden Wasserlösestollen im Erzgebirge. Er wurde im 15. Jhd. angelegt und im laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und erlangte immer neue Bedeutung für Wasserhaltung, Abbau, Förderung und Sanierung.

Er wurde nach dem Geschäftsmann, Kuxbesitzer und Auftraggeber Marcus Semler  ab 1503 als „St. Marcus-Stolln“ benannt, später „Marx-Semler-Stolln“ und wird heute üblicherweiße als „Markus-Semmler-Stolln“ bezeichnet.

Er setzt in Niederschlema an der Mulde bei einer Höhe von 323,3m ü. NN an und war ursprünglich zur Lösung der Kupfergruben auf dem „König David Morgengang“ in 3520m Entfernung angelegt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde er kontinuierlich erweitert und erlangte schon um 1560 eine Längenerstreckung vom ca. 7500m und löste dabei bedeutende Schneeberger Gruben wie z.B.  „St. Georg“,  „Glücksrad“ und die „St. Christoph“-Fundgrube.

Durch den Niedergang des Bergbaus während des 30jährigen Krieges und den mangelnden Pflegearbeiten verschlammte der Stollen und verbrach mehrfach, vor allem im Bereich des Roten Kammes.

Dies ist eine geologische Störungszone, welche als natürliche Grenze der Reviere Schneeberg und Oberschlema angesehen wird. Diese mit Quarz und Hämatit mineralisierte Störung ist auch über Tage in Oberschlema sichtbar und stellt einen bedeutenden, als Geotop geschützten Aufschluss dar.

Mehrfach wurde der „Markus-Semmler-Stollen“ in den folgenden Jahrhunderten erweitert und durch Mauerungen gesichert. So machte es vor allem die Blüte des Schneeberger Kobaltbergbaus notwendig Profilerweiterungen durchzuführen um die anfallenden Wassermengen der tiefen Sohlen zu fassen und den Stollen gleichzeitig als Hauptfördersohle zu nutzen. So z.B. nach der Konsolidierungsphase der Schneeberger Gruben in den Jahren 1862-64, mit zunehmenden Einsatz von Wassersäulenmaschinen, sowie der letzten großen Reviererweiterung als 1865 das Grubenfeld des „Türkschachtes“ angeschlossen wurde.

Das aufkommende Atomzeitalter bescherte den Stollen neue Aufmerksamkeit, denn parallel zur Gewinnung von Kobalt-, Silber-, und Wismuterzen wurde hier schon eine Weile Uranerz abgebaut und so begann man 1909 im Stollen gezielt mit der Suche nach radonhaltigen Wässern und wurde insbesondere 1914 fündig als man Quellen anbohrte, die die bis dahin stärkste Aktivität, mit bis 54.300 Bequerel aufwiesen.

Während der Bergbau aus geologischen Gründen und wegen der Inflation zurück ging entstand in Schlema das bekannte Radonbad. Die für die Autarkiebestrebung wichtigen Wismut-, Kobalt- und Nickelerze führten dazu, dass das Schneeberger Revier und so auch der „Markus-Semmler-Stolln“ ab 1932 und auch während des Krieges durchgängig belegt waren.

Schon im August 1945 ging es unter anderen Vorzeichen weiter. Der zu diesem Zeitpunkt ca. 46km lange Stollen diente neben anderen Gruben als wichtiger Ausgangspunkt für die Untersuchung der Grubenbaue auf Uranerz und die ab Herbst 1946 folgende Förderung. Die folgenden Bergbauaktivitäten stellten im Umfang alles Vorherige in den Schatten. Der Stollen diente neben der Bewetterung, Förderung und Wasserhaltung auch als Sohlennullpunkt. Dafür wurde die Höhe 330m ü. NN zwischen Lichtloch 12a und 14a vermarkt. Alle Sohlenangaben, von der +90 in Schneeberg bis hin zur -1800 in Niederschlema/Alberoda bezogen sich darauf.

Der intensive Abbau bis unter die Rasensohle hatte zur Folge, dass das Radonbad abgerissen werden musste und die Bewohner der Ortschaft Oberschlema  umgesiedelt wurden, die Häuser wurden bis 1957 ebenfalls abgerissen um die darunter befindlichen Erze möglichst vollständig abzubauen.

Mit der Stilllegung des Uranerzbergbaus und der geplanten Sanierung erfolgte eine erneute Bestandsaufnahme und Sanierung des Stollens, er wurde und wird genutzt um die angeschlossenen Schächte zu verwahren, während der Sanierungszeit die Wetterführung zu übernehmen, die Wasserhaltung während der Sanierung zu gewährleisten, d.h. eine Pumpstation hält den Wasserspiegel der gefluteten Grubenbaue ca. 60m unter Stollenniveau um einen Pufferraum zu garantieren und er soll letztendlich den dauerhaften, natürlichen Wasserabfluss gewährleisten, wenn die Sanierungen abgeschlossen sind. Dazu wurden neue Lichtlöcher und Stollenorte aufgefahren, alte Bereiche gesichert und ab 2011 wird der verbrochene Stollenabschnitt im Deformationsgebiet unter Oberschlema, durch den sogenannten Südumbruch im Liegenden auf einer Länge von 980m ersetzt.

Das Lichtloch 15 II B stellt bei diesen Arbeiten einen zentralen Punkt dar, es dient als Frisch-, Förder- und Mannschaftsschacht.  Es ist seit 2006 auch Besucherbergwerk und wird vom Bezirksverein Westerzgebirge im RDB e.V. betrieben. Es bietet vor Ort einen fundierten Einblick in die technologische Geschichte des erzgebirgischen Uranerzbergbaus.

Quellen:

de.wikipedia.org/wiki/Markus-Semmler-Stollen; abgerufen 01.08.2011

Dialog, Mitarbeiterzeitschrift der Wismut GmbH; Heft 66-69

Chronik der Wismut – Wismut GmbH, März 2011

 

Der Schacht 382 ist ein in einzelnen Teilen erhaltenes Ensemble der bedeutenden Frischwetterschächte vom Uranerzbergbau in Raum Niederschlema-Hartenstein. Der mit einer großen Bobinenfördermaschine ausgestattete Schacht 382 wurde 1959 bis 1964 abgeteuft. Auf dem Betriebsgelände befand sich eine Großkühlanlage zum Kühlen der Grubenwetter. Der Schacht gehört zu den tiefsten Schächten des Grubenfeldes Schlema / Alberoda und führte durchgängig bis zur Sohle

-1305. Er hatte eine Tiefe von 1451,5 m. Er diente sowohl als Frischwetter, Transport- und Versorgungsschacht. Der Schacht selbst wurde als Rundschacht in Beton ausgebaut. Die Schachtförderbobine mit Flachseil ist im Treibehaus des Schachtes, etwas abseits vom eigentlichen Schachtgebäude erhalten. Eine zweite kleinere Fördermaschine, eine Spannseilwinde befindet sich in einem weiteren wellblechummantelten Maschinenhaus. Das umhauste Fördergerüst des Schachtes besteht aus einer Rohrkonstruktion. Der frühere Frischwetterschacht 382 wurde zum derzeitigen Abwetterschacht umgebaut und soll auch in Zukunft die Abführung des Radons außerhalb der Ortslage Schlema gewährleisten. Erhalten hat sich bei dieser Schachtanlage die mächtige Fördermaschine.

Quelle ist die Datenbank der Seite:

http://monte.hrz.tu-freiberg.de/monte/; abgrufen am 01.08.2011

Routenbeschreibung

Von Annaberg-Buchholz aus der B101 über Schwarzenberg und Aue nach Schlema folgen. Dort ist das „Kulturhaus Aktivist“ bzw. das „Museum Uranerzbergbau“ ausgeschildert. Treffpunkt ist der Parkplatz am Kulturhaus.

Im Museum beginnt der Tag mit einem kurzen Einführungsvortrag zum Revier, sowie zur musealen Aufarbeitung des Uranerzbergbaus. Anschließend wird das Museum selbst besichtigt.

 

Museum Uranbergbau

Bergstr. 22
08301 Bad Schlema

 

Nächste Station ist der Schacht 15 IIB, welches am Ortsausgang Schlema in Richtung Schneeberg als Besucherbergwerk ausgeschildert ist und sich unmittelbar neben dem Kurpark befindet.

 

Richard-Friedrich-Str. 2
08301 Bad Schlema

Anforderung/

Ausrüstung

Der Kurpark, der Schacht 15II B, sowie das Mundloch am Bahnhof in Schlema sind feste Ziele der Tour. Es werden vor Ort Erläuterungen zum Hintergrund der Sanierung, sowie zur bergmännischen Durchführung erfolgen. Dazu wird nur normale Wanderkleidung benötigt.

Die Exkursion beinhaltet auch eine anspruchsvoller Befahrung im „Markus-Semmler-Stolln“, dazu ist komplette eigene Grubenausrüstung notwendig: Helm, Geleucht, Kleidung, Stiefel, besser Watstiefel.

Einfahrt in Schacht 15 IIb, Befahrung des Streckenvortriebs "Südumbruch" und von Teilen des Markus-Semmler-Stollns

Geringfügige Änderungen sind hier möglich.

Literatur

- Chronik der Wismut – Wismut GmbH, Juni 1999

- http://www.uranerzbergbau.de/

- www.besucherbergwerke-westerzgebirge.de

- Bergbauverein Schneeberg e.V. (Hrsg.): 500 Jahre Marx-Semmler-Stolln Tagungsband, Schneeberg Januar 2003.

- Unternehmensleitung der Wismut GmbH (Hrsg.): Der Marx-Semmler-Stolln, Schlema Juli 1996

- Bernd Lahl; Der Markus-Semmler-Stolln und der Schneeberg-Schlemaer Bergbau. 2003. Druck-und Verlagsgesellschaft Marienberg, ISBN 3-931770-50-8

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