Exkursion

Termin/Uhrzeit

Exkursionsziel

Min./max. Teilnehmerzahl

Leitung

H 3

29.09.2011
01.10.2011
14:00-18:00

"Dorothea Stollen", Halde 116 in Buchholz

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Frank Langer/ Stefan Kunze

Thema

Besucherbergwerk „Dorothea Stollen" und Halde 116 in Buchholz mit Blick über die Stadt Annaberg-Buchholz

Kurzbeschreibung

Das Bergbaugebiet „Himmlisch Heer" erstreckt sich vom „Dorothea Stollen" am Ufer der Sehma, als westlichsten Punkt bis hin zur B95 im Osten. Die markanten Nord-Süd verlaufenden Haldenzüge erstrecken sich von Kleinrückerswalde bis hin zum oberen Ende von Cunersdorf. Auch heute noch zeugen nordöstlich von Cunersdorf viele kleine Halden vom regen Bergbau, welcher dort schon im Frühen 16.Jh. betrieben wurde. Insbesondere der Haldenzug auf dem „Himmlisch Heer-Stehenden", der parallel zur Bundestraße verläuft, ist markant. Leider sind viele Halden von einer Deponie überlagert. Da die umfangreichen Tiefbaue entwässert werden mussten, wurde schon früh der „Dorothea Stollen" angelegt, welcher auf dem „Dorothea-Flachen" aufgefahren ist. Durch das Anfahren eines Erzanbruchs sollen allein 1536-38 9t Silber abgebaut worden sein. Dieser reiche Bergsegen dürfte auch dazu beigetragen haben, dass sowohl am „Dorothe Stollen", als auch auf „Himmlisch Heer Gegentrum" schon im 16.Jh. Huthäuser entstanden, die nicht zu den kleinsten in Annaberg-Buchholz zählen. Auch später wurden dort immer wieder Bergbauversuche unternommen wurden, allerdings ohne nennenswerte Ausbeute. Dabei wurde auch auf Kobalt- und Nickelerze gebaut.

Um die weiter in die Tiefe vordringenden Baue wasserfrei zu halten, wurde schon 1570 bis 1620 Wasser vom Floßgraben genutzt um Kunstgezeuge zu beaufschlagen.

Der letzte Versuch auf „Himmlisch Heer" an die silberreiche Vergangenheit an zu knüpfen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt. Man wältigte 1853 den „Dorothea-Stollen" auf, verlegte Gleise und setzte teils umfrangreiche Gewölbemauerungen, die noch heute zu bestaunen sind. Ab 1852 teufte man einen neuen Richtschacht, welcher 1855 ein Huthaus und 1858 die erste Dampfförderanlage im Annaberger Revier erhielt. Noch weit unter dem „Dorothea-Stollen"- Niveau sollen dabei alte Baue aus dem 16.Jh. angefahren worden sein. Aber die Anstrengungen erbrachten ebenfalls nicht den erhofften Erzsegen. Es wurden 250.000 Thaler investiert, um dann dennoch 1870 die Grube aufzugeben. Dabei wurde 1869 noch ein neues Erz gewonnen, Uranerz

Vom ehemaligen Verlauf des Kunstgrabens, über die Haldenzüge, den Huthäusern bis hin zu den umfangreich erhaltenen Untertageanlagen sind viele Zeugnisse von diesem wichtigen Teil des Annaberger –Buchholzer Bergbaus erhalten.

 

Im Jahre 1946 war es wieder „Himmlisch Heer", als bei den ersten Untersuchungsarbeiten in Annaberg auf dem „Dorothea-Flachen" und dem „Elisabeth-Spat" radioaktive Anomalien festgestellt wurden. Die folgende und bisher letzte Bergbauperiode galt dem Uranerz und dauerte bis 1958, aus dem Annaberger Revier wurde „Objekt 04".

 

Genau wie in anderen Bergstädten fand auch in Annaberg eine expolosionsartige Ausbreitung des Bergbaus und seiner Folgeerscheinungen statt. Neben Nahrungsmittel, Energie, Wasser, Werkzeug, Transportkapazität und Baumaterial war es vor allem Platz, der für den Bergbau benötigt wurde. Platz für Schächte, Halden, Werkstätten, Büros und Unterkünfte wurde beschlagnahmt oder neu geschaffen, schon 1949 lebten in Annaberg-Buchholz über 16.000 Bergleute.

 

Die Uranverbindungen waren ebenfalls hydrothermal, wobei die Uranerze vor allem an Graphitgneise gebunden waren. Daher wurden die bauwürdigen Erze vor allem im Bereich des Schachtfeldes „Uranus" und „Himmlisch Heer" angetroffen.

 

Es wurden in Annaberg-Buchholz, sowie den unmittelbaren Nachbarorten, Cunersdorf und Frohnau 23 Schächte betrieben, dabei wurden Schachtteufen von 450m erreicht und bis zu 7 Sohlen aufgeschlossen. Zahlreiche alte Stollen wurden fahrbar gemacht, teils nachgeschossen und auch neue Querschläge wurden aufgefahren, so wurden zur Erkundung, zur Wasserhaltung, so wie zu Abbau und Förderung über 30 Stollen betrieben.

 

Der Bergbau der 40ger und 50ger Jahre wurde mit den für die Zeit typischen Mitteln Betrieben. Bohren, schießen, fördern sind die Schlagworte für die Technologie. In den Anfangsjahren gehörten auch das „Trockenbohren", sowie das befüllen der Hunte mit Hand zur Tagesordnung. Die Gänge wurden im Firstenstoßbau von der Grundstrecke aus abgebaut. Das Stufenerz wurde in Erzkisten gefördert, ansonsten wurde das Haufwerk über blinde Rollen von den Abbaublöcken in die Grundstrecke gebracht. Es wurden von 1947-1958 ca. 450t Uran gefördert.

 

Von den teils mitten in der Stadt entstandenen Schachtanlagen, Halden und zugehörigen Gebäuden erkennt man heute teils noch Überbleibsel, stellenweise erinnern Straßennamen an die Anlagen. Die unter Denkmalschutz stehenden Kegelhalden der Schachtanlage 116 in Buchholz sind weithin sichtbar und erinnern noch heute an diese Bergbauperiode. Auf der sanierten Flachhalde hat man einen wunderbaren Ausblick auf Annaberg, sowie den Pöhlberg und erkennt bei genauem hinsehen eine Vielzahl an weiteren ehemaligen Bergbaustandorten.

Routenbeschreibung/
Einzelheiten

Treffpunkt ist der Besucherparkplatz am „Dorothea Stolln" im Annaberg-Buchholzer Ortsteil Cunersdorf - Dorotheenstraße 2 und 8.

Nach der Befahrung (ca. 2h) wird die Haldenanlage 116 im Stadtteil Buchholz angesteuert (ca. 5-10 min Autofahrt), bitte Fahrgemeinschaften bilden, es sind nur begrenzt Parkplätze vorhanden.

Anforderung/

Ausrüstung

Die leichte bis mittelschwere Befahrung umfasst ca. 2km Fahrweg, es werden keine Höhenunterschiede zurück gelegt.

Die Ausrüstung für die Befahrung kann gestellt werden (Helm, Geleucht, Umhang), es kann allerdings auch die eigene Ausrüstung verwendet werden. Stiefel sind nicht erforderlich, festes Schuhwerk ist ausreichend.

Für den kurzen Spaziergang an der Halde der ehemaligen Schachtanlage „116" wird festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung benötigt. Es bieten sich bei schönem Wetter gute Fotomotive! Auch ein Fernglas lohnt sich, um die einzelnen Zeugnisse des ehemaligen Bergbaus in der Stadt zu erkunden.

Literatur

„Bergbau im Erzgebirge" – Otfried Wagenbreth – ISBN 3-342-00509-2

http://www.dorotheastollen.de

http://www.untertage.com/cms/content/view/189/2/

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