Idar-Oberstein

 

Historischer Überblick 

Ausgehend von Achat- und Amethystvorkommen in den Melaphyren des Rotliegenden rund um die „Doppelstadt" entstand hier schon im ausgehenden Mittelalter ein Zentrum der Schmucksteingewinnung und -verarbeitung. In „Schleifmühlen", die an der Nahe und den anliegenden Bächen lagen, wurden die Schmucksteine an großen, vertikal rotierenden Sandsteinen mit einer besonderen Technik „im Liegen" bearbeitet. Das schleifwürdige Material wurde in Pingen und am „Steinkaulenberg" im 19. Jahrhundert auch untertägig gewonnen. Die Erschöpfung der Vorkommen führte ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu wirtschaftlicher Not und zu einer Auswanderungswelle der Idar-Obersteiner nach Brasilien.

Steinkundig, erkannten die Auswanderer in Übersee das Potenzial der auch dort vorkommenden Achate und verschifften sie zu ihren Familien, die an der Nahe verblieben waren. Hier entwickelte man Färbetechniken, welche die überwiegend grauen brasilianischen Achate zu attraktivem Schmucksteinmaterial werden ließen. Weitere, auch technische Anwendungen für die importierten brasilianischen Steine wurden gefunden, so dass die Verarbeitung von Edel- und Schmucksteinen diesmal auf der Basis von Importen aus aller Welt, an der Nahe erneut Fuß fassen konnte.

Heute ist Idar-Oberstein das Zentrum der deutschen Edelsteinbearbeitung.

Sehenswürdigkeiten

Ortsteil Oberstein

Die Burg von Oberstein erhebt sich hoch über der Nahe auf einem fast senkrecht aufstrebenden Felsen, an den sich wie ein Schwalbennest die Felsenkirche (Öffnungszeit: täglich 10 - 18 Uhr) anschmiegt.

Direkt unterhalb befindet sich das „Museum Idar-Oberstein" (Öffnungszeiten: täglich 9 - 17.30 Uhr) mit Informationen zur Stadtgeschichte und Edelsteinindustrie. Eine sehenswerte Sammlung von einheimischem Schmuckstein in roher und bearbeiteter Form sowie eine Achatschleiferei, in der das Schleifen „im Liegen" demonstriert wird, bilden einen Schwerpunkt des Museums.

Ortsteil Idar

Idar, Naheaufwärts gelegen, ist das industrielle und kommerzielle Zentrum. Hier befinden sich die „Deutsche Edelsteinbörse", die Schleifereien und eine Unzahl von Edelstein- und Mineralienhändlern, die ihre Ware auch Privatleuten anbieten. Unbedingt sehenswert ist das „Deutsche Edelsteinmuseum" (Öffnungszeiten: täglich 9.30 - 17.30 Uhr). Gut ausgeschildert, im Ortskern von Idar zu finden, wird dort eine prächtige Schau von Edelsteinen aus aller Welt präsentiert.

Etwas auswärts des Stadtteils Idar liegt, ebenfalls gut ausgeschildert, die „Historische Weiherschleife" (Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr), eine authentische Achatschleiferei aus dem 19. Jahrhundert. Noch heute betrieben, gehört sie zusammen mit einem Informationszentrum zu den touristischen Highlights der Region.

Die „Edelsteinminen" am Steinkaulenberg (gut ausgeschildert, Öffnungszeiten: täglich 9 - 17 Uhr) sind das einzige deutsche Edelstein-Besucherbergwerk. Hier wurden Achate und Amethyste in einer Art Pfeiler-Kammerbau gewonnen. Die Schmucksteine sind dort noch im Anstehenden zu bewundern. Das Bergwerk ist rein touristisch ausgerichtet und wurde deshalb nicht in das Workshop-Programm aufgenommen.

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